imTalk 41 - mit Dr. Sebastiaan Gerards
Shownotes
imTalk ist ein Podcast von immobilienmanager. André Eberhard, Chefredakteur redet regelmäßig mit führenden Akteuren der professionellen Immobilienbranche.
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich
00:00:01: willkommen zu einer neuen Folge von im Talk, dem Podcast von Immobilienmanager.
00:00:06: Heute spreche ich mit Dr.
00:00:07: Sebastian Geratz, Sebastian mit zwei A wohlgemerkt, der seit Anfang des Jahres die Leitung der Downiendienerlassung in Monheim am Rhein übernommen hat.
00:00:17: Sebastian, deswegen auch mit zwei A, ist gebürtiger Belgier und studierte an der Universität Hasselt-Architektur.
00:00:23: Als wissenschaftlicher Mitarbeiter schloss er zu Jahrzehntzehn seine Promotion an der Fakultät für Architektur erfolgreich ab, Zu sechzehn ging er dann auch zu Landwagen, wo er verschiedene Funktionen durchlief und zuletzt als Prokurist die Leitung der Unit Quartiersentwicklung inne hatte.
00:00:36: Parallel zu dieser Verantwortung war Geratz für einige Jahre als Lehrbeauftragter im Lehr- und Forschungsgebiet, Immobilienprojektentwicklung an der RWTH achentätig.
00:00:46: Wir sprachen unter anderem über moderne Quartiersentwicklung die Rolle von seriellem Bauen und Wohnungsbaubenossenschaft.
00:00:52: Und welchen Rat er jungen Menschen geben würde, die heute in die Immobilienwirtschaft einsteigen möchten und natürlich auch was besser ist, Pommes oder belgische Waffeln.
00:01:01: Viel Spaß beim Zuhören.
00:01:05: Herzlich willkommen, Doktor Sebastian Geratz von der Doniedengruppe.
00:01:08: Schön, dass du mein Gast bist im Podcast.
00:01:11: Ja, danke, dass ich hier sein darf.
00:01:13: Sebastian mit zwei A geschrieben.
00:01:15: Das ist die Besonderheit, denn du bist Belgier.
00:01:17: Auch wenn man die jetzt gar nicht anhört.
00:01:19: Kein Tippfehler,
00:01:19: sondern tatsächlich die Schreibweise in Flandern, in Belgien.
00:01:25: Sehr schön.
00:01:25: Das heißt, deine Muttersprache ist holländisch-beigisch.
00:01:30: Flemisch.
00:01:31: Flemisch.
00:01:33: Und das Flemische klemm ich kurz auf, das ähnelt dem holländischen, glaube ich, sehr.
00:01:36: Genau, das ist wie niederländisch nur noch
00:01:38: schöner.
00:01:40: Ich mag Niederländisch total gern.
00:01:42: Ich hab das mal gelernt in der zehnten Klasse.
00:01:44: Und ich find das total toll.
00:01:45: Mein Lieblingswort ist bis heute Reretsrapsgist.
00:01:48: Ich liebe dieses Wort.
00:01:48: Ja, ist
00:01:48: auch ein
00:01:49: schönes Wort.
00:01:49: Ja, sehr schön.
00:01:50: Das ist ein sehr schönes Wort.
00:01:51: Deswegen fangen wir mal mit den leichten Entwederoder-Fragen an.
00:01:54: Wie sieht für dich eigentlich so ein gelungenes Wochenende aus?
00:01:56: Ist das in Belgien oder ist das in Deutschland?
00:01:59: Das findet tatsächlich in der Region statt.
00:02:01: Ich wohne in Aachen, also ganz in der Nähe zu Belgien und den Niederlanden.
00:02:06: Und ein gelungenes Wochenende um fast Zeit für Frühstück, Zeit für die Familie und gerne auch den Blick über die Grenze, also ein Ausflug nach Maastricht, nach Lüttich, das sind die Dinge, die wir in der Region sehr gerne machen und die natürlich am Wochenende dann auch stattfinden können.
00:02:22: Hast du eine belgische Lieblingsstadt?
00:02:25: Antwerpen.
00:02:26: Antwerpen, okay.
00:02:28: Ich selbst war mal in Brücke, fand ich super schön, aber auch super touristisch, muss man dazu natürlich sagen mittlerweile.
00:02:33: Ja,
00:02:34: ich kann eine Reise nach Antwerpen oder Gent, Brüssel, Lüttich, also in viele Städte empfehlen.
00:02:40: Brücke gehört definitiv auch dazu, ist aber dann die wirklich touristischste Variante.
00:02:43: Mhm,
00:02:44: absolut.
00:02:45: Deswegen muss ich natürlich jetzt eine fiese Frage stellen.
00:02:46: Pommes oder Waffeln?
00:02:49: Ganz, ganz schwer, aber tendenziell immer die Pommes und gerne auch zu jeder Tageszeit.
00:02:55: Und im besonderes Topping gibt es da so ein special belgisches Topping?
00:03:00: Ich bin da nicht so verrückt unterwegs.
00:03:04: Einfach nur Mayonnaise.
00:03:05: Okay, ich habe so ein Hollensüßtopping für mich entdeckt.
00:03:08: Das ist diese Mayonnaise mit den Zwiebeln drin.
00:03:11: Ja, ist das diese Jopisauce?
00:03:12: Ja,
00:03:13: diese Jopisauce.
00:03:14: Die kann ich nur empfehlen.
00:03:15: Sehr lecker,
00:03:15: ehrlich gesagt.
00:03:16: Ja, die ist auch gut.
00:03:16: Das stimmt.
00:03:18: Und die letzte Frage.
00:03:19: Du bist Architekt.
00:03:21: Entwerf mir mal bitte dein Traumhaus.
00:03:22: Was muss das unbedingt haben?
00:03:25: Ich würde bloß kein neues Haus entwerfen, sondern mich reißen bestehende Objekte am ehesten als Ort, wo ich persönlich gerne wohne.
00:03:37: und mein Traum und auch meiner Frau ist es irgendwann wieder in so ein Gründerzeitviertel den Aachen zu schaffen und in einem Haus zu wohnen mit richtig hohen Deckungen.
00:03:45: Das sind Dinge, die richtig cool finden.
00:03:48: Und hat das dann besonderes Feature?
00:03:49: oder ist es wirklich dieses alte Flair was du da besonders
00:03:52: magst?
00:03:52: Ja, einfach nur dieses alte Flair tatsächlich.
00:03:56: Jetzt bist du als Architekt beim Projektentwickler.
00:03:59: War das schon immer dein Ziel oder war das die Notlösung?
00:04:03: Es war weder das Ziel noch eine Notlösung.
00:04:06: Schon als Kind habe ich in diese klassischen Freunde Bücher reingeschrieben.
00:04:10: Ich will unbedingt Architekt werden und ich habe tatsächlich bis zum Master im Architektur Stummium gebraucht und festzustellen, dass ich vieles werden will, aber kein klassischer Architekt.
00:04:21: Was ich immer noch mache und was mich umtreibt, ist irgendwie das Gestalten, das Projektieren von Ideen in einer Zukunft und die auch wirklich zu realisieren und erleben zu können.
00:04:29: Und diese Kombination mit den unternehmerischen Aspekten, das ist das, was mir so zum Ende des Studiums aufgefallen ist, dass mich das wirklich umtreibt und dass das in Richtung ist, die ich so sukzessive bewandern will.
00:04:41: Und so bin ich dann pö-appö in der Branche gelandet und auch beim jetzigen Arbeitgeber quasi.
00:04:46: Ähnlich wie du den persönlichen Wandel vollzogen hast, vollzieht auch die Branche ein Wandel und jeder Projektentwickler vollzieht den Wandel, den habt ihr schon vollzogen.
00:04:55: Wie konkret sieht dieser Wandel bei euch als Entwickler aus, vor allen Dingen, wenn es um die Produktstrategie geht?
00:05:01: Wenn wir in die Zukunft schauen, dann ist klar, dass man permanent reagieren muss und das macht eigentlich die Aufgabe auch.
00:05:08: bannend umzugehen mit Krisen, umzugehen mit Veränderungen wie Corona oder jetzt auch wirtschaftliche Veränderungen verlangen, dass wir Dinge neu denken.
00:05:17: und was wir als Dorniedengruppe aus meiner Sicht extrem gut können ist, die Ebene des Hauses zu übersteigen und auch Quartiersebene einzusteigen und zu überlegen, was sind Orte, in denen Menschen langfristig wohnen können, Menschen in allen Generationen, welche Produkte, welche Typologien bedarf es im Innenraum, aber auch in den öffentlichen Flächen.
00:05:36: Und das ist etwas, was die Dorniedengruppe wirklich ganzheitlich extrem gut hinbekommt.
00:05:42: Und das macht uns auch zu einem wirklich robusten Player jetzt auch in Krisenzeiten.
00:05:47: seinen Kerngeschäft wirklich mit standardisierten Produkten voll im Griff hat und kombiniert mit den Dingen, die wir einfach brauchen, wie gute öffentliche Räume und so weiter und so fort.
00:05:58: Das gelingt uns gerade sehr, sehr gut.
00:06:00: Wie genau sieht eigentlich so ein Produkt weiterentwicklungsprozess bei einem Entwickler aus?
00:06:04: Also macht ihr das auf Umfragen?
00:06:06: Lest ihr Zeitungen?
00:06:07: Wie setzt euch zusammen und sagt, okay, das ist der Weg für ein zukünftiges Produkt?
00:06:11: Es gibt nicht den einen standardisierten Prozess, aber was wir tatsächlich tun ist, ganz genau hinhören, unser Kerngeschäft lebt davon, dass wir verstehen, was unsere späteren Nutzer, die viel Geld und viel Zeit investieren in den Erwerb einer Immobilie, dass wir die wirklich in Gänze verstehen und verinnerlichen, wo da die Bedarfe liegen.
00:06:32: Und hinzukommen haben wir natürlich die total wirtschaftliche Komponente fest im Blick, aber auch gestalterische Aspekte und die Dinge, Fließen zusammen und führen dazu, dass wir Produkte, wie wir sie haben, weiterentwickeln oder neu entwickeln.
00:06:45: Das heißt, wir versuchen, die Standardisierung vorzusetzen, aber auch in der Typologie Änderung vorzunehmen.
00:06:51: Kennen die reinen Häuser zum Beispiel mit den durchlaufenden Dächern und uns treibt gerade um auf einer gestaltlichen Ebene, wie wir ebenfalls mit die beständigen Häusern umgehen können, bei denen wir die Dächer sozusagen neunzig Grad drehen und dadurch kleine Dinge wie eine viel bessere Adressbildung noch mal hinbekommen, ihnen noch mal ein anderes Wohngefühl.
00:07:09: Also da sind wir wirklich auch ganz, ganz vielen Ebenen unterwegs, um einfach die Produkte sukzessive anzupassen, städtebaulich besser zu machen, wirtschaftlich besser zu machen und auch immer noch mal besser zu schauen, wie können sie den Bedürfnissen der Bewohner entsprechen.
00:07:23: Jetzt ist so ein bisschen Resilienz und Zukunftsfähigkeit das Stichwort der Branche.
00:07:28: Welche Ansätze verfolgt ihr besonders bei euren Wohnquartieren, um diese langfristig resilient und marktfähig zu halten
00:07:33: auch?
00:07:34: Ja, dann muss man wirklich auf den Quartiersmaßstab gehen und schauen, wie so eine grundsätzliche Entwicklung aussehen kann.
00:07:42: Also dann würde ich immer Versuchen nicht nur auf das Produkt, sondern auch auf den Prozess zu schauen.
00:07:47: Also erstmal ist die Frage, mit wem muss man in den Austausch gehen, um genau das, was du gerade ansprichst, hinzubekommen.
00:07:52: Und dafür brauchen wir einen Austausch mit der lokalen Verwaltung, mit der Politik und mit der Nachbarschaft, um einfach zu verstehen, wie sie die Bedürfnisse heute und wie können die sich in den nächsten Jahren entwickeln.
00:08:01: Und das versuchen wir wirklich besonders bei größeren Projekten.
00:08:05: in den Blick zu nehmen, da Formate aufzusetzen.
00:08:07: Zuletzt haben wir zum Beispiel in Erdstadt Workshops organisiert zum Thema Street Design.
00:08:12: Also wir blicken einmal auf die Häuserebene, aber vor allem auf den öffentlichen Raum.
00:08:16: Und wenn man in die Zukunft blickt und das im Moment ja dann auch kritisch tun muss, die die Gesamtlage ist ja eher bedrückend, dann versuchen wir ja im kleinen Orte zu schaffen, bei denen die Leute auch nochmal aus ihrem Haus heraustreten, wo sie aufeinandertreffen und in den Dialet und Dialog kommen.
00:08:33: Und ich glaube, dass das ein ganz, ganz wichtiger Baustein ist, um grundsätzlich einfach resiliente Orte zu schaffen.
00:08:38: Und das kombinieren wir einfach mit idealerweise keinen zu monotonen Strukturen mit durchmichten Typologien, also standardisieren unsere Häuser, aber versuchen natürlich die verschiedenen Produkte in unseren Quartieren zu kombinieren und die Mischung macht es dann.
00:08:52: Und dadurch gelingt es uns, Quartiere auf den Weg zu bringen, die langfristig einfach landhaft sind.
00:09:02: Also eine Mischung aus Standardisierung des Produktes und Individualisierung der Umgebung und des jeweiligen Standorts, wahrscheinlich.
00:09:09: Das
00:09:09: ist genau der Punkt, dass auch genau die Herausforderungen der aktuellen Zeit, also rein wirtschaftlich, müssen wir auf diese Standardisierung setzen.
00:09:17: Das bedeutet aber im Quartiersmaßstab überhaupt nicht, dass man nicht individuell und mit einem Bezug zum Ort und lokalen Bedürfnissen arbeiten kann und das in Einklang zu bringen.
00:09:28: auf Grundstücksebene, auf Projektebene, das ist das, was richtig Freude bereitet, aber auch gleichzeitig die größte Herausforderung ist.
00:09:37: Wie standardisiert ihr heute so ein Produkt?
00:09:39: Ich bin demnächst auf der BIM World und BIM ist so ein großes Thema, was ja in den letzten Jahren immer mehr kam.
00:09:43: Trotzdem wirkt es noch relativ abstrakt.
00:09:45: Dieses digitale Bauen und digitale Baumengagement.
00:09:48: Welche Rolle spielt das bei euch?
00:09:50: Digitalisierung spielt eine große Rolle.
00:09:55: Grundsätzlich ist meine Wahrnehmung, dass wir aber in der Immobilienbranche an sich deutlich hinterherhängen.
00:10:01: Also wenn ich mich auf LinkedIn oder eine Zeitung umschaue, wie andere Branchen voranschreiten, dann sehe ich für die Branche und auch für die Dornigengruppe noch einen riesen, riesen Hebel.
00:10:13: Nicht nur was die Produkte betrifft, sondern auch was die Prozesse, das interne Arbeiten uns weiter betrifft.
00:10:17: Das ist etwas, wo wir uns riesig darauf freuen.
00:10:20: Wir sind total dran, die Leute jetzt erstmal zu sensibilisieren, umarmt diese Veränderung, nehmt sie an und dann schauen wir, was dabei rumkommt.
00:10:27: Aber ein Blick so in die Glaskugel würde ich gar nicht wagen.
00:10:31: Irgendwie habe ich noch keinen Gespür dafür, wo die Reise hingeht, aber es wird wild, glaube ich.
00:10:37: Gibt es da Gefühl, also Gefühl von außen gibt es immer zwei Wege.
00:10:40: Entweder ich entwickle alles selbst, binde ganz viele Startups an mich dran oder kaufe mich selbst ein oder ich mache das halt über externe Dienstlast.
00:10:47: Da gibt es für euch da schon einen Weg.
00:10:50: Wir haben externe Dienstleister, die uns helfen, eine eigene Welt.
00:10:56: zu bauen.
00:10:58: Also wir brauchen das Wissen von außen, von Leuten, die auch an anderen Stellen unterwegs sind, um für die Donaten eigene Tools zu entwickeln.
00:11:06: Nicht nur im Zug auf das Bauen, sondern auch was die Überwachung der Liquidität und viele, viele andere Dinge betrifft.
00:11:11: Da setzen wir voll auf das Thema Digitalisierung, damit wir sozusagen Tages aktuell genau wissen, wo wir in unseren Projekten stehen und wie wir dann ja in guten und schlechten Zeiten reagieren müssen.
00:11:23: Das ist, das ist ein Riesenhebel und den haben wir fest im Blick.
00:11:26: Jetzt spielt offensichtlich bei Standardisierung und Effizienz, die auch dahinter steckt, dass serielle Bauern eine offensichtliche Schlüsselrolle.
00:11:34: Bei euch nehme ich das auch an.
00:11:35: Wie könnt ihr quasi diesen Mittelweg gehen?
00:11:37: aus industrieller Effizienz und architektonischem Anspruch?
00:11:41: Also diese Sorge vor, da entstehen halt Legebatterien am Fließband und gar kein individueller Anspruch mehr.
00:11:47: Würdest du dem entgegnen?
00:11:49: Ich verstehe die Sorge und die Sorge ist auch berechtigt und da kommen wir wieder in den Quartiersmaßstab an.
00:11:54: Also man kann serielle Produkte entwickeln.
00:11:57: Bei uns ist das zum Beispiel in der Produktlinie der Fisterhäuser.
00:12:01: Das sind unsere bezahlbaren Reihenhäuser.
00:12:03: Da haben wir die verschiedene Größenordnung.
00:12:05: Wir können mit verschiedenen Ausstattungslinien arbeiten, aber müssen das wirklich sehr eng zusammen schnüren, weil die Flexibilität hinten raus fehlt oder dann schnell in Richtung geht, die die Leistung für die Familien, die diese Häuser erwerben sollen, einfach nicht mehr gewährleistet.
00:12:22: Und damit das Ganze nicht ausartet auf eine Quartiersmaßstab oder gerade auf einem städtischen Maßstab, müssen wir halt schauen, dass wir ja schon was die städtebaulichen Konzepte betrachten.
00:12:33: betrifft, die Dinge so konfigurieren, dass es doch im Erscheinungsbild luftige Umgebungen sind, bei denen man ja, wenn man die Freunde einlädt, schon auch ganz klar kommunizieren kann, ich wohne da und da und dass die Freunde nicht bei der Nachbar-Tür landen.
00:12:48: Das kann man machen, indem man ja die kleinen Eingriffe in den Städtebauer einfach sehr, sehr früh.
00:12:53: fest im Blick hat, die Adressbliedelung im Blick hat, die grünen Räume, die Freiräume im Blick hat.
00:12:58: Diese Kombination braucht man zwingend, um genau den Ausgleich zu schaffen zu dem, was du gerade sagtest, damit das Ganze nicht in der Monotomie gibt, die jetzt keiner will und die auch langfristig keiner braucht.
00:13:10: Jetzt brauchen wir alle dringend Wohnraum.
00:13:11: Wir kennen alle die Zahlen.
00:13:13: Gerade gestern auch noch festgestellt, dass wir offensichtlich kein Baugenehmigungsproblem haben, sondern ein Fertigstellungsproblem.
00:13:20: Wo ist für dich der Engpass bei diesem ganzen Komplimentat aus seriellen Fertigungen, Baukosten, Exitstrategien und Co?
00:13:27: Ich finde es ganz, ganz, ganz schwierig, so eine Frage zu beantworten und da irgendwie an der richtigen Stelle irgendwie den Finger in die Wunde zu legen.
00:13:36: Wir fällt grundsätzlich auf.
00:13:38: einfach in meinem Alltag mit den vielen externen Partnern, den Städten und Kommunen, Politik, Verwaltung auf allen Ebenen, dass uns... uns den notwendigen Pragmatismus abhanden gekommen ist, um einfach zielorientiert Dinge voranzutreiben.
00:13:53: Also wir haben Leitlinien über Leitlinien, Richtlinien, Die-Normen, die das Bauen kompliziert machen.
00:14:01: Das ist nicht so, dass es nicht mehr händelbar ist.
00:14:04: Aber die führen natürlich zu Kostensteigerungen.
00:14:06: Dann brauchen wir wieder auf Förderungen, um das Ganze auszugleichen.
00:14:09: Und dadurch wird der Prozess einfach zu lang.
00:14:12: Er wird zu kompliziert.
00:14:13: Das ist sozusagen auf Bundesebene schon der Fall und das bericht ich halt.
00:14:16: runter bis auf die Kommunen, wo wir unzählige Interessen haben, die alle ihre Daseinsberechtigung haben, die alle von tollen Menschen vertreten werden.
00:14:27: Aber diese Dinge zusammenzubringen, zum Beispiel in der Abstimmung, in der Verwaltung, solche Riesenapparate, wo jemand zuständig ist für Naturthemen, jemand zuständig ist für den Brandschluss und so weiter und so fort.
00:14:37: Da ist noch hinzubekommen, dass uns jemand durch den Prozess dirigiert und wir gemeinsam zügige Lösungen entwickeln.
00:14:42: Das gelingt nicht mehr, weil die Komplexität einfach zu groß geworden ist.
00:14:46: Wir haben ein bürokratisches Monster aufgebaut, muss man ehrlich sagen.
00:14:50: Trotzdem versucht man ja an der Deregulierungsschraube zu drehen.
00:14:54: Glaubst du, dass wir Deregulierung können?
00:14:56: Ich finde das alles super Ansätze, wichtige Ansätze.
00:14:59: Und es zeigt auch, dass wir den Willen haben, Dinge zu verändern.
00:15:02: Aber wenn man zum Beispiel auf einen Brauturbo schaut, dann wird der riesige Tronksen.
00:15:07: Aber am Ende des Tages brauche ich natürlich Vertreter in den Kommunen, die sagen, wir nutzen ihn.
00:15:13: Ja, wir packen es gemeinsam an.
00:15:15: Und da, wo die Leute pragmatisch und schnell handeln und denken wollen, da gelingt das auch jetzt ohne Bauturbo.
00:15:22: Sprechen jetzt mit Kommunen, die ganz klar signalisieren, ja, wenn wir jetzt hier in Wehtland fahren, einsteigen, wenn es gut läuft, dann dauert es drei bis vier Jahre.
00:15:31: Dann sagen wir, okay, das scheint so der Schnitt zu sein.
00:15:33: Es gibt aber auch jetzt schon Kommunen, die ... zu sichern und auch nachweisen, dass sie das in einem Jahr hinbekommen.
00:15:38: Dann brauche ich kein Bau-Tourbo.
00:15:40: Also am Ende des Tages braucht man die richtige Haltung in den Kommunen und auch die richtige Haltung bei den Projektentwicklern.
00:15:47: Das muss man auch ganz klar sagen, dass auch wir auf Dinge fordern und dadurch natürlich gegen Reaktionen in den Verwaltungen auslösen, die jetzt einem schnellen Prozess auch nicht gerade weiterhelfen.
00:16:02: Also da müssen wir auf verschiedenen Ebenen und an allen Stellen irgendwie aufeinander zugehen, kompromissbereiter werden, aber vor allem auch gemeinsam pragmatischer werden, um die Dinge etwas zügiger voranzukriegen.
00:16:15: Von außen hat man immer den Eindruck, keiner hat mehr Lust auf die Risiken, die damit irgendwie verbunden sind.
00:16:19: Jeder versucht halt die Risiken irgendwie abzuwägen und man sieht jetzt schon die Anwälte, die sich so die Hände reiben und sagen, oh, da ist sehr viele Präzidenzfälle geben.
00:16:29: Wir leben in einer Welt, die offensichtlich auch viele Risiken birgt.
00:16:35: Und das führt dazu, dass kaum noch einer die Verantwortung übernehmen will für gewisse Dinge.
00:16:41: Und wenn zu viele Köche sozusagen mit mit mit mit arbeiten müssen, dann dann fehlen oft diejenigen, die dann einmal für alle oder im Einzelnen die Verantwortung übernehmen, damit die Dinge zügig vorangehen.
00:16:55: Soll jetzt nicht zu zu deprimierend klingen, weil offensichtlich schaffen wir es ja dann doch viele richtig gute Projekte auf den Weg zu bringen.
00:17:02: Auch das muss man sagen, das klingt nicht nur uns, das klingt auch anderen.
00:17:04: Aber es wird zunehmend schwer und es gibt auch Branchen Teilnehmer, die die einknicken und wir sind jetzt Oh, das ist noch gelingt.
00:17:13: Und hoffen einfach auf gute Zeiten, sind zuversichtlich, aber etwas mehr Pragmatismus würde uns allen weiterhelfen.
00:17:21: Über genauso ein Projekt von euch reden wir gleich noch.
00:17:23: Trotzdem vorher die Frage, ihr kooperiert auch mit Wohnungsbaugnossenschaften, weil die werden auch immer wieder als mögliche Rettungsanker des ganzen Wohnungsproblems gesehen.
00:17:32: Was macht so eine Partnerschaft für euch aus?
00:17:34: Warum macht ihr das?
00:17:35: Also das Thema Genossenschaften kann man in verschiedene Richtungen denken.
00:17:39: Also es gibt bestehende Baugenossenschaften, die auf uns zukommen, für die wir Gebäude planen und realisieren als Generalübernehmer.
00:17:47: Und dann gibt es einen weiteren spannenden Weg in Bezug auf die Genossenschaften, in denen wir gerade sehr intensiv untersuchen.
00:17:53: Da sind wir noch nicht im Ziel, aber haben schon einige Schritte, sind schon einige Schritte gegangen.
00:17:59: Dann geht es darum auch tatsächlich mit Kommunen Genossenschaft zu gründen.
00:18:03: Also zum Beispiel eine Kommune hat ein Grundstück und wir gründen gemeinsam eine Genossenschaft und die Kommune bringt das Grundstück mit und wir wiederum das Know-how und auch die Fähigkeiten, um ein Gebäude zu realisieren und so können gemeinsam und partnerschaftlich Projekte entstehen und da sehen wir ein Riesenhebel drin.
00:18:22: Als Alternative dazu gibt es auch noch weitere Wege, die man bewandern kann, in Bezug auf die Genossenschaften, nämlich der Bewohner getragenen Modelle, bei denen sogar die späteren Bewohner Teil der Genossenschaft werden.
00:18:33: Dafür gibt es dann eine gewisse Förderkulisse und alles führt dazu, dass man vielleicht eher zusammenrückt mit den Bewohnern oder mit den Kommunen und einfach nochmal andere Modelle aufsetzt, andere Modelle der Zusammenarbeit, andere Modelle, um das Ganze wirtschaftlich zu denken.
00:18:47: die auch zu mehr Gemeinschaft im Projekt an sich führen.
00:18:49: Das sieht man einfach bei realisierten Beispielen und so würden wir es auch voran bringen wollen, dass Gemeinschaftsflächen und so weiter entstehen.
00:18:57: Also da, wo gemeinschaftlich gedacht wird, entstehen auch gemeinsame Projekte und gemeinsame Räume innen und außen.
00:19:04: die ja dazu beitragen werden, dass das Wohnen irgendwie nochmal eine andere Qualität bekommt.
00:19:08: Und das dann auch wieder in der Durchmischung mit einem ganz klassischen Quartier ist auch wieder so ein Baustein, der dazu führen wird, dass, wenn das Ganze sehr real geplant ist, es dann doch sehr, sehr lebenswert wird und auch alternative Arten des Wohnens ermöglicht.
00:19:24: Ist das für dich ein Konzept, was sich zukünftig durchsetzen wird?
00:19:27: Also anders gefragt, wie groß schätzt du den Marktanteil, den zukünftig so eine Kooperation haben werden?
00:19:32: Ich würde jetzt nicht sagen, dass das ein Riesenmarkt ist, den brauchen wir auch nicht, sondern das ist ein wichtiger Baustein und wir müssen einfach auch verschiedene Alternativen setzen, die auch zwischen dem... sich zwischen den Mieten und den Klassen kaufen, ansiedeln.
00:19:46: Man merkt ja, dass beide eben unter Druck sind und das ist einfach ein Baustein, bei dem ich jetzt nicht klar sagen kann, ich würde dem so und dem mit dem direkten Wert mitgeben, aber das ist etwas, was man untersuchen muss und was man auch einfach einfach mal machen muss.
00:20:00: Und dann, wenn wir sehen, wie weit man es ausrollen kann, aber in der Durchmischung für unsere Quartiere, für unsere Produkte, für unsere Zusammenarbeit in der Städte ist ein wichtiger Baustein, der ausgerollt wird.
00:20:12: Wer an Wohnquartiere denkt, der denkt auch an Stadtentwicklungen und der denkt vielleicht auch an Nachhaltigkeit, weil das muss ja auch irgendwie nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch nachhaltig sein.
00:20:20: Ihr habt da mit dem Klima-Quartier ein Zeichen gesetzt.
00:20:23: Was genau ist das Zeichen, was ihr mit dem Klima-Quartier setzen wollt?
00:20:27: Ja, da können wir tatsächlich anknüpfen an das, was wir eben schon besprochen haben.
00:20:31: Das ist auch wirklich ein Projekt.
00:20:33: auf das wir extrem, extrem stolz sind.
00:20:34: Das ist ein Klimaquartier, Klimaquartier NRW.
00:20:38: Das ist die tatsächliche Auszeichnung, dass wir in Erfstadt-Bließheim entwickeln.
00:20:43: Das ist ein Projekt mit ca.
00:20:44: twohundertfünfzig Wohneinheiten, Geschosswohnungsbau, Einfamilienhäuser und wir platzieren da unsere seriell geplanten Produkte.
00:20:56: Das kann man ja offen sagen, dass das Neubau und das Anschneiden von Grünflächen kritisch gesehen wird.
00:21:02: Und hier zeigen wir, dass wenn man das Ganze aber kombiniert mit weiteren Bausteinen wie ein Riesensolarfeld.
00:21:10: Solardächer natürlich, gute öffentliche Räume, dass man dann trotzdem gelingt, auf einer Ebene der Klimafreundlichkeit wirklich neue Standards zu setzen.
00:21:22: Und das gelingt uns da extrem gut und wird auch so wahrgenommen und das freut uns extrem, dass wir da die Auszeichnungen auch für bekommen haben und nachweisen können, dass Nachhaltigkeit vor allem auch... noch mal mehrere Dimensionen hat, also wir können auf die ökologische Nachhaltigkeit schauen, da haben wir einen riesen Hebel, wenn man natürlich so ein Solarfeld mit einplanen.
00:21:42: Aber es gibt auch die Ebene der sozialen Nachhaltigkeit und der ökonomischen Nachhaltigkeit.
00:21:48: Das Ganze muss leistbar bleiben für diejenigen, die unsere Räume später nutzen wollen.
00:21:52: Wir wollen aber auch soziale Interaktionen anregen, schon im Prozess, im Verrat des Entwerfens, in dem wir Workshops organisieren und Menschen zusammenbringen, um die besten Lösungen zu finden.
00:22:02: Aber vor allem im späteren Quartier, was ja jahrzehntelang funktionieren soll, schaffen wir diese Räume der Begegnung und das in Kombination mit dieser Standardisierung.
00:22:12: auf Produktebene vorantreiben, dass das gelingt und auch ausgezeichnet wird.
00:22:19: Das macht uns uns richtig stolz, dass wir das vor allem in so Krisenzeiten irgendwie auf die Beine gestellt bekommen.
00:22:26: Ist das eine Blaupause, die ihr Pauschal auch auf andere Gemeinden übertragen könntet?
00:22:30: oder gibt es besondere Herausforderungen, die das besonders in Erfstadt mit sich bringt?
00:22:34: Nein, das ist für uns das tatsächlich eine Blaupause.
00:22:37: Wir schauen auch jetzt schon auf die Folgequartieren in anderen Städten.
00:22:41: Und wenn etwas an einer Stelle gut funktioniert, dann bedeutet das nicht, dass man es eins zu eins kopieren kann.
00:22:47: Aber das motiviert uns gerade extrem, schon in laufenden Projekten, aber auch in der Akquisition von neuen Grundstücken mit in den Blick zu nehmen, ob wir irgendwo einen Hebel finden, dass man sagt, größere Grundstücksteile sind nicht bebaubar, weil wir in Abstandsflächen zu einer Autobahn oder so einhalten müssen, darüber kreativ und anders nachzudenken, um auf Ebene der Nachhaltigkeit einen Sprung nach vorne hinzubekommen.
00:23:12: Das werden wir definitiv machen.
00:23:13: Wir werden die Dinge nicht von A nach B kopieren.
00:23:16: Das klappt vielleicht auf äußeremene, aber niemals im Quartiersmaßstab.
00:23:20: Aber die konzeptionellen Gedanken, die beflügeln uns gerade total und werden auch in anderen Quartieren definitiv weiter eingesetzt.
00:23:30: Vielleicht für diejenigen, die nicht aus dem Rheinland kommt, Erftstadt liegt im Westen von Köln.
00:23:34: Jeder, der vielleicht Schloss Gymnich und die Kelly family kennt, weiß ungefähr, wo das liegt.
00:23:42: Genau.
00:23:44: Was sind die besonderen Techniken und auch die Organisation Herausforderungen, wenn man an so ein Klima-Quartier rangeht?
00:23:49: Also nehmen wir den Maschinen-Aum bei euch.
00:23:53: Es gibt sehr viele Dimensionen.
00:23:58: Es gibt einen großen Maschinenraum und in dem begeben wir uns über Jahre hinweg, um so ein Quartier auf die Beine zu stellen, weil wir auch hier klassischerweise einen Weplantverfahren durchlaufen.
00:24:08: Aber die Bausteine, die wir haben, sind einfach die nachhaltigen Produkte an sich, die wir dann nochmal kombinieren mit klassischen Dingen und da betreten wir jetzt auch keinen Neuland.
00:24:17: Car sharing und so weiter, Solar auf den Dächern, Heizzentralen, aber an dieser Stelle, und das ist wirklich besonders, ja, in einem großen Solarfeld kommen.
00:24:27: kombinieren, ich glaube es ist drei Fußballfelder groß, bei der ja einfach Energie erzeugt wird, von dem die Bewohner vor Ort lokal direkt profitieren werden.
00:24:35: Und das sind Bausteine, die wir mit den Bausteinen wie dem Umgang mit Regenwasser und so weiter kombinieren und dann aber auch weiter vorantreiben und schauen wie wie gelingt es wirklich bis auf Ebene des Straßendesigns, die Dinge so umzusetzen, dass es wirklich lebenswerte Räume werden, die halt nicht so monoton werden, wie vieles befürchten.
00:25:00: Und solche Workshops setzen wir dann auf, die versucht man so während des Beplanverfahrens einzusetzen.
00:25:07: Wir haben auch einen Innovationstreiber, nenne ich es mal bei uns in der Firma, der sozusagen von der Seitenlinie mit reinschaut und wirklich permanent darauf achtet, dass wir in unseren Quartieren die Innovationen möglichst, möglichst fest im Blick haben, die Wirtschaftlichkeit nicht verlieren und schauen, dass wir die Impulse reinkriegen, die Stadt abholen und uns einfach auf realisierbare Lösungen einigen, weil nichts ist schlimmer als irgendwas raus.
00:25:38: zu prosaunen und Bilder an die Mann zu malen, die man nachher nicht umeinhalten und umsetzen kann.
00:25:43: Und das versuchen wir einfach, ja, hier internen und richtigen Sparing mit dem Projektentwicklern den Innovationstreibern und so weiter hinzubekommen und dann sehr, sehr schnell in den Dialog zu gehen mit den Verwaltungen, die ja auch ihre Rahmenbedingungen haben, die mit einfließen müssen.
00:25:59: Jetzt ist Nachhaltigkeit hier alles toll.
00:26:01: Ich meine das Klimaziel von eins, fünf Grad, wo der gestern, glaube ich, propagiert, dass wir das schon nicht mehr schaffen.
00:26:05: Wir freuen uns aber alle über Nachhaltigkeit, aber kosten darf es ja bitte nichts, sowohl den Mieter als auch den Investor.
00:26:11: Wie verändert so das Thema Nachhaltigkeit eure ökonomische Kalkulation auch bei dem Entwickler?
00:26:16: Es spielt eine sehr große Rolle und ganz klar ist, dass wir in den frühen Phasen in die Entwicklung, aber auch was die Realisierung betrifft, investieren müssen, damit hinten raus Produkte entstehen, die in Bezug auf die Nebenkosten einfach verlässlich und bezahlbarer sind.
00:26:32: Und das trägt dann langfristig zu einer größeren Bezahlbarkeit und Verlässlichkeit unserer Projekte ein.
00:26:40: spät in dem Schritt profitieren die Nutzer und profitiert der Planet sozusagen, indem die Dinge nachhaltig, also ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig werden.
00:26:52: Und das ist der Balance-Arkt, aber es erfordert immer eine erhöhte Investition in einer ganz, ganz frühen Phase.
00:26:59: Und vor der kann man sich und darf man sich nicht drücken.
00:27:03: Jetzt haben wir gerade schon ein bisschen über regulatorik und über Verwaltung gesprochen.
00:27:06: Trotzdem gibt es so zwei, drei konkrete Punkte, die du bei dir bei so einem Projekt vielleicht anders wünschen würdest, damit die regulatorischen Rahmenbedingungen besser ablaufen.
00:27:16: Also vielleicht ein Beispiel.
00:27:17: Die Baugenehmigung sollte schneller erfolgen oder muss es unbedingt fünf Gutachten für wild lebende Fledermäuse sein.
00:27:27: Ganz schwer, das auf eins, zwei, drei Sachen runterzubrechen.
00:27:30: Das ist auch von Standort zu Standort, total unterschiedlich.
00:27:33: Es ist wirklich in jedem Projekt zu fallen, ein Ding auf, den man nochmal anders hätte machen können.
00:27:38: Ich würde da eher anknüpfen bei dem, was ich eben gesagt habe.
00:27:42: Wir müssen da gemeinsam uns... schneller, ehrlicher miteinander umgehen, was die Anforderung an sich betrifft und daraus schneller, klare Ziele ableiten, gemeinsam mit der Politik Zielbeschlüsse fassen, gemeinsam vereinbaren.
00:27:57: Wie sieht das der Prozess aus, um ein Ergebnis zu erreichen?
00:28:01: Ich bin da eher auf der Ebene der Kommunikation und des Miteinanders.
00:28:06: Da sehe ich den Hebel eher als in den regulatorischen Feinheiten.
00:28:11: Dafür bin ich vielleicht auch in meinem Alltag zu weit von den Projekten entfernt.
00:28:15: Aber was sozusagen mit Blick auf die Teams, die hier arbeiten, dann auffällt, ist, dass es am Ende des Tages zu oft dann genau ein Ansprechpartner und klare Leitplanken einer guten Kommunikation.
00:28:29: Und wie gesagt, das ist mir wirklich wichtig, das zu betonen.
00:28:31: Da schaue ich nicht nur Richtung Politik oder Verwaltung, sondern auch wirklich auf uns als Immobilienbranche.
00:28:39: Wir sind ziemlich gut darin, als Beispiel über Jahre weniger gefördertes Wohnen zu fordern.
00:28:48: Dann wird es festgesetzt in den Wehplänen, was die Quote ist.
00:28:51: und ein paar Jahre später wieder festzustellen.
00:28:53: Eigentlich wollen wir die Korte überall füllen, weil die Wirtschaftlichkeit des freie finanzierten Geschosserummsbau funktioniert nicht mehr.
00:28:58: Da geht es wieder in die andere Richtung, dass die Verwaltung da auch nicht immer mit unserer Geschwindigkeit hinterherkommen, während auch wir natürlich gute Gründe haben, ist einfach verständlich und da fehlt es irgendwie.
00:29:12: an Austausch auch über die Projekte hinaus, um
00:29:15: sich
00:29:15: zu verstehen und auf Augenhöhe Dinge voranzutreiben.
00:29:18: Und ich glaube, dass wir da ansetzen müssen, eher da als in den regulatorischen Details.
00:29:24: Gegenseitiges Verständnis zu werken.
00:29:26: Das war schon immer gut, wenn die Branche in Schwierigkeiten war, nach der Politik zu schreien, obwohl jeder weiß, dass man auch gutes Geld verdienen kann in dieser Branche.
00:29:33: Apropos gutes Geld, die Branche steckt seit mindestens zwei Jahren in einer tiefen Krise.
00:29:36: Vor allen Dingen Entwickler machen uns nichts vor.
00:29:38: Ihr seid auch einer davon.
00:29:39: Also ihr seid ein Entwickler, ihr seid nicht in der Krise, aber ihr seid ein Entwickler.
00:29:42: Wie siehst du den großen Themen der nächsten zehn Jahre?
00:29:45: Was glaubst du, kommt da auf uns als Branche zu?
00:29:50: Ich bin fest davon überzeugt und das teilt uns auch als der Niedengruppe extrem um.
00:29:55: Wenn wir auf den Neubau schauen, dann müssen wir uns halt permanent Gedanken machen, welche Flächen schneiden wir an.
00:30:00: Also Beschäftigung ist extrem viel, mit Brownfields eben malig gewerblich genutzten Arealen, die wir revitalisieren und die wir aufbereiten, um mit Neubau zu reagieren.
00:30:12: Aber wenn ich jetzt mal richtig weit in die Zukunft schaue, glaube ich, dass wir das zwingen und sehr schnell.
00:30:17: Zum Beispiel als Doniengruppe gibt es natürlich andere Akteure, die da schon eher verankert sind in dem Bereich, dass wir uns mehr mit Bestandsimmobilien auseinandersetzen müssen.
00:30:26: Und das ist auch ein Thema, was wir als Doniengruppe fest in den Blick nehmen für die nächsten Jahre.
00:30:31: Wie können wir das wissen, was wir aufgebaut haben in unseren jetzigen Bereichen nutzen, um bestehende Wohnportfolien zu sanieren und zukunftstauglich zu machen?
00:30:41: Und das ist etwas, was was einfach wichtig ist, was im Kern schon nachhaltig ist und was auch wirtschaftlich gut funktionieren wird.
00:30:49: Und das ist für mich eines der Zukunftsthemen, die wir als Branche in den Blick nehmen müssen und was wir als Dornigengruppe auch genauso tun werden.
00:31:00: Das ging neulich durch die Presse, dass ja die Bundeswehr viele Standorte, die sie jetzt eigentlich schon abgegeben hat und daraus Wohnen entstehen sollte.
00:31:06: In Düsseldorf gibt es zum Beispiel was durch die Presse ging, jetzt wieder zurückbraucht für zukünftige Planungen.
00:31:11: Seid ihr von so einem Projekt auch betroffen eigentlich?
00:31:14: Bei der Dorniengruppe sind wir davon nicht betroffen.
00:31:18: Ich habe bei meinem alten Arbeitgeber ein sehr, sehr schönes Quartier mitentwickelt, die Luisenhöfe in Aachen.
00:31:25: Da waren Bunker drin, der Unterdenkmalschutz stand und wir haben uns über Jahre damit der Frage auseinandergesetzt, wie man diesen Bunkerklug nachnutzen kann.
00:31:33: Ich bin mal gespannt, was damit geschieht.
00:31:36: Aber ansonsten hatte ich da jetzt keine direkten Berührungspunkte mit dem
00:31:39: Thema.
00:31:39: Was sind für dich, wenn du auch der Entwickler-Brillaits bei Doniden siehst, was sind dir so die größten Wachstumsfelder und auch die größten Wachstumsregionen?
00:31:48: von den Regionen her, glaube ich, für die Doniedengruppe haben wir weiterhin Nordrhein-Westfalen mit Metropolen und dem Umland weiterhin fest im Blick.
00:31:58: Ich glaube, das sind die Locations, wo wir uns besonders wohlfühlen.
00:32:03: und was die Produkte betrifft.
00:32:05: Konzentrieren wir uns im Moment sehr auf Einfamilienhäuser und das ist genau das, was in den letzten Jahren wirtschaftlich noch gut funktioniert hat, was offensichtlich so... für den Enderwerber leistbaren Ergebnissen geführt hat.
00:32:19: Ich wünsche mir aber auf Ebene der Nachhaltigkeit im Sinne der Stadtentwicklung, dass es uns gemeinsam gelingt, den Geschosswohnungsbau wieder wirtschaftlicher darzustellen und dass wir da wieder tiefer einsteigen, um das Ganze mit unseren aktuellen, seriell geplanten Einfamilienhäusern zu kombinieren.
00:32:36: Und wie eben gesagt, sehe ich einen ganz, ganz großen Hebel, vielleicht auch den größten Hebel im Bestand und den Umgang mit Bestandsimmobil.
00:32:44: Abgesehen von der Wirtschaftlichkeit siehst du die Dornidengruppe stärker zukünftig im sozialen, also stärker digital, stärker sozial oder stärker ökologisch aufgestellt oder vielleicht in allen drei Gebieten.
00:32:55: Ich wollte gerade sagen, also die Frage schreit nach einer Antwort von allen etwas.
00:33:02: Du bist
00:33:02: Architekt kein Anwalt.
00:33:04: Ja, ich glaube aber ernsthaft, wenn man auf diese verschiedenen Parameter schaut, dann ist ist jedem klar, dass man nichts davon wirklich ausblenden kann.
00:33:14: Und ich bin davon überzeugt, dass wir auf allen Ebenen irgendwie punkten müssen und weiter untersuchen müssen, was unsere kleinen Hebel sind, um die Dinge sozial, ekonomisch, ökologisch einfach so gut wie möglich zu realisieren und immer im Einklang mit dem jeweils anderen Teil.
00:33:33: Also, die Musik liegt im Zusammenspiel der verschiedenen Aspekte.
00:33:39: Ist das eine intrinsische Motivation oder wird das von euch von euren Kunden herangetragen oder auch von allen Mitarbeitern, die das vielleicht sagen?
00:33:45: Oder gibt es bei euch nur noch vegetarisches Essen in der Kantine oder diese Motivation zu diesem Trend?
00:33:52: Da hat nun offenbar das Gefühl, das wird so von außen auferlegt.
00:33:55: Aber vielleicht kommt das ja tatsächlich auch von innen.
00:33:58: Also da kann ich jetzt nur für die Doniengruppe und auch für mich sprechen.
00:34:02: Das ist total intrinsisch.
00:34:05: Also ich merke das besonders bei Martin Dorniden, sozusagen dem Inhaber und das Gesicht der Firma.
00:34:16: Das ist eine tiefe, intrinsische Motivation.
00:34:18: Die Dinge nicht nur wirtschaftlich, sondern architektonisch, sozial, nachhaltig, auf allen Ebenen so gut wie möglich hinzubekommen.
00:34:25: Und es ist ein permanenter Kraftakt, der uns wirklich viel abverlangt in jedem Projekt.
00:34:30: da die bestmögliche Lösung hinzubekommen.
00:34:32: Und das gelingt nicht immer, aber es ist immer der Anspruch, das richtig gut hinzubekommen.
00:34:37: Und das ist auch meine persönliche, intrinsische Motivation, das wirklich zu schaffen.
00:34:41: Und ich behaupte auch, dass das für einen großen Teil des Teams hier so so so so stimmt, dass die Leute ja mit genau dieser gleichen DNA irgendwie unterwegs sind, dass irgendwie in Einklang hinzubekommen für sich.
00:34:54: Alle gestalten irgendwie neue Räume, gestalten damit ihre eigene Umwelt.
00:34:59: Wir leben hier.
00:35:01: Wenn ich zur Arbeit fahre, fahre ich an den Orten vorbei, wo wir Quartiere schaffen und entstehen lassen.
00:35:07: Ich will einfach, dass es gut ist.
00:35:08: Ich will einfach, dass es gut ist für mich und für die Leute, die da wohnen.
00:35:13: Und dass das schwierig ist und mal besser und mal weniger gut gelingt, ist klar.
00:35:17: Aber die Motivation ist immer da, das das Beste rauszuholen.
00:35:21: Ein schöner Titel, ich will einfach, dass es gut ist.
00:35:23: Zwei Punkte habe ich noch.
00:35:26: Jetzt, als ich studiert habe, wollten irgendwie, achtzig Prozent der Leute im Master am liebsten Entwickler werden, ja?
00:35:31: Also keiner wollte irgendwas anderes, alle wollten irgendwie in die Projektentwicklung.
00:35:34: Warum auch immer, ja?
00:35:35: Interessant.
00:35:36: Das Gefühl habe ich, dass es im Moment ein bisschen anders ist.
00:35:39: Welchen Rat würdest du den jungen Menschen geben, die heute in die Immobilienentwicklung einsteigen wollen?
00:35:47: Also ich würde auf jeden Fall vielen Leuten raten, genau das zu tun, weil es erstmal so eine unfassbar spannende Branche und Umgebung ist, um sich auszutoben und den Rat, den ich Leuten mitgeben würde, ist, denkt ganzheitlich, bleibt kreativ und seid offen für Veränderung.
00:36:09: Und ich glaube, wenn man so mit diesem Mindset an die Sachen rangeht und jedem und allen Herausforderungen irgendwie konstruktiv begegnet, dann kann da nicht viel schiefgehen.
00:36:22: Musst du als Architekt eigentlich?
00:36:24: deine Architektur ist für mich immer mit Kreativität verbunden.
00:36:27: Muss man die Kreativität bei einem Entwickler, deren ich sage jetzt mal ein standardisiertes Produkt macht eigentlich irgendwie hinten runterfallen lassen?
00:36:34: oder wie kreativ kann man da sein?
00:36:39: Die Frage oder die Sorge kann ich nachvollziehen, aber man kann das... auf allen Ebenen wie verrückt ausleben.
00:36:47: Das ist wirklich besonders.
00:36:48: Also man meint, man steigt in ein Unternehmen ein mit standardisierten Produkten, aber die Standardisierung ist nie zu Ende, weiter rumzuschrauben, wie man die Dinge nochmal verbessern kann, an den Fassaden rumzuspielen, an den Grundrissgestaltung oder was uns wirklich extreme Freude bereitet, dieses neue Grundstück bebaut oder unbebaut zu überlegen, wie man es gestalten kann.
00:37:10: Da kann das Produkt so... sehr real sein, wie es nur will.
00:37:13: Man muss immer kreativ an die Sache rangehen und das macht immer Freude.
00:37:19: und egal auf welcher Ebene oder in welchem Bereich man in der Projektentwicklung einsteigt, wer will, kann immer kreativ denken und wird seine Kreativität los oder kann sich permanent einsetzen.
00:37:33: Auf einer planerischen Ebene, auch auf einer wirtschaftlichen und konzeptionellen Ebene.
00:37:37: Also kreativ denken ist immer möglich und immer gewollt.
00:37:42: Meine letzte Frage, die ich immer stelle, was wünscht du dir von Immobilien, Branche und von der Politik?
00:37:49: Jetzt fange ich an, mich zu wiederholen.
00:37:51: Das macht gar nichts.
00:37:52: Steht da Tropfenhöhl den Stein?
00:37:55: Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam und uns gegenüber verlässlicher werden, besser kommunizieren.
00:38:03: pragmatischer sind, offen sind für Veränderungen und die Kreativität, die wir eben erwähnt haben, nicht zur Seite legen, sondern sie irgendwie nutzen, um eine gute Zukunft zu gestalten und dass wir einfach das Verständnis... weiter schärfen, dass das auch nur gemeinsam gelingen kann.
00:38:21: Und dass das auch nur gelingen kann, wenn wir uns auf Augenhöhe begegnen.
00:38:24: Und das ist nicht immer der Fall.
00:38:26: Daran müssen wir arbeiten, daran müssen wir gemeinsam arbeiten.
00:38:28: Und das ist, was ich mir für die Zukunft wünsche, weil wenn wir das nicht gelingen, dann haben wir einfach ein Problem.
00:38:35: Lieber Sebastian, vielen Dank für deine Zeit.
00:38:38: Ich hab zu danken.
00:38:41: Vielen Dank, lieber Sebastian, für das tolle Gespräch.
00:38:43: Ich finde, ich hab jetzt voll Bock auf Waffeln und Pommes.
00:38:46: Ich weiß nicht, wie es ihnen geht.
00:38:48: Ich würde mich freuen, wenn wir uns vielleicht bei einer anderen Ausgabe nochmal wieder hören.
00:38:51: Die können Sie übrigens bei Spotify oder auf wewemobilienmanager.de.
00:38:55: Alle anhören völlig kostenlos, es bringt Ihnen durch jede Menge Know-how.
00:39:00: Und ansonsten würde ich mich freuen, wenn wir uns vielleicht mal bei einem Event über den Weg laufen, vielleicht auf dem E-Pilm, vielleicht beim E-Mobilienmanager Award oder auch sonst irgendwo.
00:39:08: Bleiben Sie uns gewogen und bis bald.
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